Willkommen in Warschau!

Der Warschauer Schlossplatz

„Was macht ihr in Polen eigentlich?“ – Allen, die sich das schon eine ganze Weile fragen, wollen wir beweisen, dass wir nicht nur die ganze Zeit auf der faulen Haut liegen. Unseren Zwischenstandbericht aus Warschau findet ihr nach dem Klick.

Nach einer kurzen Nacht und einer drei Stunden langen Zugfahrt sind wir inzwischen alle in Warschau angekommen. Hinter uns liegen rund anderthalb Tage in Toruń, die sich eher anfühlen wie anderthalb Wochen. Bereits die ersten Stunden in Toruń sind mit Begegnungen und Gesprächen gut gefüllt. Nachdem Dominik Antonowicz, Soziologe an der Nikolaus-Kopernikus-Universität Toruń und bildungspolitischer Berater der polnischen Regierung, uns mittags bereitwillig Auskunft über die polnische Hochschulpolitik und das Problem der „over-education“ erteilt hat, statten Hannes und Annika dem Studierendenradio „Radio Sfera“ einen Besuch ab.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Indes treffen sich Benny und Johannes am frühen Abend mit Reiner Quirin auf ein Bier in einer Kellerkneipe in der Altstadt. Quirin lebt seit mehreren Jahren mit seiner Familie in Polen und arbeitet als Lektor und Deutschlehrer des DAAD am Institut für Deutsche Philologie der Nikolaus-Kopernikus-Universität. Er erklärt nicht nur, wie seine Studierenden ihre Situation ganz konkret erleben, sondern gibt Johannes und Benny nebenbei wertvolle Tips zur polnischen Gesellschaft und zu kulinarischen Toruńer Spezialitäten mit auf den Weg.

Auch Annika und Hannes kommen mittlerweile in den Genuss polnischer Braukunst und unterhalten sich in einer lokalen Mikrobrauerei mit Joanna und Sylwia, zwei Abiturientinnen, die beide planen, gar nicht erst in Polen, sondern direkt im Ausland zu studieren. Gemeinsam lassen wir den Tag beim Betrauern (oder Bejubeln) der bayerischen Niederlage in Madrid im Hinspiel des Champions-League-Halbfinales ausklingen.

UnAufgefordert beim Arbeitsamt

Arbeitsamt

Artur Janas und seine Kolleginnen beim Arbeitsamt der Region um Toruń

Nach diesem trotz des anstrengenden Tages sehr gemütlichen Abend klingelt der Wecker am nächsten Morgen umso erbarmungsloser um Viertel nach Sechs, denn schon um Acht werden wir im Arbeitsamt der Woiwodschaft Kujawien-Pommern erwartet. Artur Janas, Leiter des Arbeitsamtes, und drei seiner Kolleginnen haben sich Zeit für uns genommen, um uns zu erklären, mit welchen Problemen eine ärmere Region wie Kujawien-Pommern zu kämpfen hat. Denn anders als in den boomenden Gegenden um die großen Städte wie Warschau oder Krakau lag die Arbeitslosenquote 2013 bei rund 11,9%. Als Region mit geringem ökonomischen Einfluss können sie Ausbildung und deren Anpassung auf die Arbeitsmärkte Wirtschaft wenig selbstständig planen, sondern sind immer auf die Entwicklung der globalen Märkte angewiesen.

Im Anschluss an dieses Treffen dürfen Benny und Hannes einen ganz besonderen Service genießen: Sie werden von einem Chauffeur direkt zum Bahnhof gefahren, um noch rechtzeitig den Zug nach Warschau zu erwischen. Auf der Suche nach dem richtigen Gleis hilft den beiden ein Mann weiter, der seine Auskunft mit dem bezeichnenden Satz beendete: „It’s hard to find someone who speaks English. Everyone who does, goes away!“ Inwieweit das die Realität trifft, werden wir hier weiterhin versuchen herauszufinden.

Europa profitiert von Polens Problem

Johannes und Annika machen sich derweil auf den Weg zum „Biurzo Karier“ der Nikolaus-Kopernikus-Universität Toruń, das Studierende bei der Arbeitssuche berät und eine Plattform bereitstellt, auf der sich Arbeitgeber und Studierende präsentieren und begegnen können. Zudem erheben unsere beiden Gesprächspartner Jakub Romanski und Tomasz Jankowski eine Statistik über die Berufsverläufe der Absolventen der Nikolaus-Kopernikus-Universität und berichten uns von teilweise erstaunlichen Ergebnissen.

Alfred Koppernock und Benny in der deutschen Botschaft

Alfred Koppernock und Benny in der deutschen Botschaft

Während schließlich auch Johannes und Annika mit vielen Eindrücken und Informationen im Gepäck in den Zug in Richtung Warschau steigen, treffen sich Benny und Hannes in der Deutschen Botschaft in Warschau nach Kontrollen wie am Flughafen den Sozialreferenten Martin Koppernock und der Soziologin Agnieszka Łada vom „Institute of Public Affairs“ in Warschau. Sie berichten uns von dem Thema aus europäischer Perspektive und erzählen davon, wie heiß das Problem in Polen diskutiert wird. Deutschland, das Vereinigte Königreich und die anderen Migrationsziele der Polen profitieren nämlich von dem Abzug der Polen, während Polen viele junge und gut ausgebildete Arbeitskräfte verliert.

Für die nächsten Stunden heißt es nun erst einmal Informationen sammeln, auswerten, und das weitere Vorgehen planen. Am Abend dann, werden uns die nächsten spannenden Gespräche erwarten.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s